❗ Hinweis: Diese Seite thematisiert problematische digitale Rollenbilder sowie algorithmische und technologische Verstärkungsmechanismen.



Die Plattformen, die dich unterhalten sollen, beeinflussen gleichzeitig, was du für „echte“ Männlichkeit hältst: Statussymbole, Kontrolle, ständige Stärke – kein Zweifel, keine Verletzlichkeit, keine Realität.
Künstliche Intelligenz und Social Media spielen dabei eine wachsende Rolle. Empfehlungssysteme, Bildgeneratoren und Filter greifen auf bestehende Datenmuster zurück und reproduzieren jene Darstellungen, die besonders viel Aufmerksamkeit erzeugen. So werden bestimmte Männlichkeitsbilder nicht nur sichtbar, sondern systematisch verstärkt.
Mit diesem neuen Bildpaar zeigen wir, wie KI-basierte Bildproduktion und algorithmische Verbreitung dominante Männlichkeitsmythen zuspitzen und Persönlichkeiten auf visuelle Idealtypen reduzieren können.
Wir möchten verdeutlichen, wie solche einseitigen Rollenbilder online entstehen und wie sie Druck, Isolation und Konflikte verstärken können. Gleichzeitig zeigen wir auf, wie man sich orientieren und schützen kann.
Im Fake-Bild sehen wir eine von Künstlicher Intelligenz erzeugte Version von Charles: körperlich überhöht, stark muskulös, mit dominanter Körpersprache und deutlichen Statussymbolen im Hintergrund. Diese Darstellung folgt gängigen algorithmischen Mustern dessen, was online als „männlich“ gilt: Stärke, Kontrolle und perfekte Performance.
Das original Bild zeigt Charles Nguela als reale Person: humorvoll, nahbar und in seinem öffentlichen Wirken verankert. Hier geht es um Persönlichkeit, Kontext und soziale Beziehung — Eigenschaften, die im digitalen Bildalgorithmus oft nicht vorkommen.
Die KI-Darstellung verzerrt Männlichkeit zu einem einseitigen Idealbild. Sie entsteht nicht aus der Realität eines Menschen, sondern aus statistischen Datentrends und visuellen Klischees, die online besonders oft geklickt, geliked und geteilt werden.

Nutzer können innerhalb weniger Minuten von harmlosen Selbstoptimierungs-Videos zu stark polarisierenden Manosphere-Inhalten weitergeleitet werden
(Quelle: SRF Podcast «Alpha Boys – Radikalisierungsmaschine TikTok», 2024)

Studien zeigen, dass sich Nutzer innerhalb der Manosphere schrittweise von moderaten zu extremen Communities bewegen können.
(Quelle: Ribeiro et al., «Auditing Radicalization Pathways on the Web», arXiv)

Über 70 % der angesehenen Videos auf TikTok stammen aus algorithmischen Empfehlungen – nicht aus bewusst abonnierten Accounts.
(Quelle: TikTok Transparency Report / Wall Street Journal Analyse)

Für viele Jugendliche sind soziale Medien heute eine der wichtigsten Informationsquellen zu Identität, Beziehungen und Rollenbildern.
(Quelle: EU Kids Online / Ofcom)
Männlichkeit kann viel sein: lustig, sensibel, stark, chaotisch, emotional, kreativ, still, laut und vor allem menschlich.
Dieses Bildpaar lädt ein: Infrage stellen, ins Gespräch kommen und die Perspektiven wechseln.
„Wie viel Persönlichkeit geht verloren, wenn Algorithmen uns verstärken statt verstehen?“
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